Der Wort-Witz „Ich bekomme viel weniger als ich verdiene!“ spielt charmant auf einen Mythos an, dem viele High Potentials auf den Leim gehen. Sie glauben fest daran, dass sie unterbezahlt sind. Das absurde an diesem Mythos ist, dass das Gehalt in Deutschland ein Tabuthema ist. Und Gehälter von High Potentials sind es erst recht. Noch mehr sogar als Sex. Trotzdem reden alle darüber. Und wie es nunmal mit Themen ist, in denen Halbwissen, Mythen und Diskussionsfreude zusammenkommen, es entstehen Ressentiments und Unzufriedenheit. Damit Sie dieser gefährlichen Mischung etwas entgegensetzen können, habe ich hier ein paar Tipps aus meiner Toolbox zusammengestellt.

 

Gehälter von High Potentials – Was bin ich eigentlich wert?

Skills, Persönlichkeit, Gehalt, Einstiegsgehälter

In meinen Entwicklungsprogrammen für junge Manager wird mir als Führungskräftetrainer häufig die Frage nach möglichen Gehältern und Entwicklungsschritten gestellt. Klar, als Experte für die Entwicklung von High Potentials muss ich doch eine Antwort haben. Habe ich auch. Allerdings ein bisschen anders, als das, was das Internet zu bieten hat. Dort lassen sich haufenweise plakative Antworten, Ratschläge von Pseudo-Experten und Verhandlungstipps finden. Aus meiner unternehmerischen Sicht und aus meiner Managementerfahrung heraus fehlt es mir bei den ganzen Ratschlägen jedoch am meisten am kritischen Umgang mit sich selbst. Und genau damit beginne ich die Seminareinheit „Gehälter von High Potentials“. Im wesentlichen müssen die Teilnehmer ihre eigene Position mit einem Business-Case für das Unternehmen untermauern. Es gilt zu beweisen, warum die Teilnehmer dem Unternehmen überhaupt etwas bringen. Und wenn ja, wie viel. Ganz konkret in Cent & Euro. Viele Teilnehmer sehen im Rahmen dieser Seminareinheit ihr persönliches Gehalt deutlich differenzierter. Auch die schnell ausgesprochene Forderung nach einer Gehaltserhöhung relativieren die meisten Teilnehmer mit Blick auf den persönlichen Business-Case.

 

Geld ist nicht alles & es ist nicht alles Geld!

Zusatzleistungen Arbeitgeber, Einstiegsgehälter Teamleiter

Als vertiefende Übung bietet sich für High Potentials & junge Führungskräfte eine Übung mit Blick auf nicht-monetären Leistungen an. Am Ende des Tages / Monats schaut fast jeder Angestellte auf sein Konto und fragt sich, ob ihm der erhaltene Betrag ausreicht. Das sich Unternehmen & Jobs aber nicht pauschal mit dieser Gehaltszahlung vergleichen lassen, vergessen viele Mitarbeiter. Hier gilt es also Licht in das Halbdunkel der nicht-monetären Leistungen zu bringen. Gemeint sind damit sämtliche „Annehmlichkeiten“ vom Fitness-Studio, über internationale Rotationsprogramme, bis zu kostenlosen Parkplätzen. Im Seminar stellen wir dann eine bekannt TV-Show nach, in der zwei Teams um einen Preis kämpfen. Gewonnen hat das Team, welches die meisten und wertvollsten Leistungen zusammengestellt hat, die das Unternehmen bieten kann. In der anschließenden Diskussion waren bisher alle Teilnehmer sehr überrascht, wie breit die Palette der Zusatzleistungen doch ist. Besonders mit Blick auf zukünftige Mitarbeitergespräche empfinden die Teilnehmer diesen Wissensschatz als sehr hilfreich.

 

Neue Blickwinkel auf Gehälter

Die vermeintliche Transparenz des Internet ist beim Thema „Gehälter von High Potentials“ meiner Meinung nach eher irreführend. Deshalb freut es mich sehr, dass die Kollegen von CO:X mit Ihrer Blogparade „newpay“ zahlreiche neue Blickwinkel sammeln. Gerne ergänze ich dort auch meine ganz persönliche Sichtweise: Gehalt ist eben nur eine Zahl auf dem Konto, die ich mit meiner Leistung für das Unternehmen irgendwie erwirtschaftet haben sollte. Das ist meine unternehmerische Sichtweise. Viel wichtiger ist jedoch, was wir vom Arbeitgeber erwarten können, was eben NICHT in Geld bezahlt werden kann. In diesem Sinne wünsche ich viel Erfolg mit Ihrer Arbeit am „Gehalts-Horizont“ der jungen Wilden.

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