„Amazon, das Internet und die Internationalisierung haben die jungen Talente versaut!“ So hat es letztens ein Seminarteilnehmer von mir ausgedrückt. Einfach aber treffend zusammengefasst. Selbst Produkte aus Übersee sind bereits wenige Tage nach dem „Kauf-Klick“ angekommen. Gefällt das Produkt nicht, ist es genauso schnell wieder umgetauscht. Verbindlichkeit und Loyalität? Nur so lange, bis ein besseres Angebot auftaucht.
Junge Talente sind mit diesen Angeboten der gelebten Digitalisierung aufgewachsen. Sie kennen es nicht anders. Daher leben sie diese unverbindliche Einstellung auch in der Arbeitswelt. Die Herausforderung, High Potentials im Unternehmen zu halten, wird immer größer.
Mit einer recht simplen Methode lassen sich die begehrten Fachkräfte jedoch (zumindest für eine gewisse Zeit) an das Unternehmen binden. Mentoring ist bestimmt keine Lösung für die gesamte Herausforderung. Im Gesamtkonzept der Mitarbeiterbindung ist es aber auf jeden Fall ein elementarer Bestandteil.

 

Mentoring erzeugt emotionale Bindung

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Viele Unternehmen versuchen mit den wildesten Aktionen und Ideen die emotionale Bindung der Mitarbeiter zu erhöhen. Leider haben besonders große Unternehmen ein inhärenten Nachteil. Sie werden allein durch ihre Größe tendenziell unpersönlicher wahrgenommen. Das Leben in einem Mehrfamilienhochhaus ist ja auch nicht mit dem in einer WG vergleichbar. Genau hier setzt das Prinzip des Mentoring den ersten Hebel an. Auch wenn Vorgesetzte kommen und gehen, der Mentor bleibt eine Vertrauensperson. Im besten Fall sogar über Jahre hinweg. Um diesen Mehrwert bieten zu können, sollte die Wahl der potenziellen Mentoren auch auf den Personenkreis fallen, der freiwillig beständig unterwegs ist. In der Regel sind das die Kollegen, die familiär bzw. örtlich gebunden sind und bereits in der „Zielzone“ ihrer Karriereplanung angekommen sind.

 

Mehr Führungsnachwuchs durch Mentoring

In meinem letzten Beitrag habe ich bereits auf den kommenden Führungskräftemangel hingewiesen. Den wesentlichen Faktor für den Mangel an Begeisterung von High Potentials bei dem Thema „Führung“ stellt der unzureichende Einblick in die täglichen Aufgaben einer Führungskraft dar. Mit Hilfe des Mentoring können Sie hier Abhilfe schaffen. Young Professionals müssen nicht aus ihrer eigenen Vorstellung ein Bild vom Alltag einer Führungskraft zeichnen. Durch den Mentor können sie beispielsweise direkt nachfragen, mitgehen und Eindrücke aus erster Hand sammeln.

 

Fazit

High Potentials an ihren Arbeitgeber zu binden ist eine äußerst komplexe Aufgabe. Einzelne Maßnahmen, wie z.B. das Mentoring, bleiben ohne eine übergreifende Strategie jedoch nutzlos. Leider führt diese Erfahrung häufig dazu, dass am Ende des Tages mehr Frustration als Begeisterung bleibt. Nichtsdestotrotz freue ich mich darüber, dass die Kollegen „Karrieremacher“ mit ihrer Blogparade das Mentoring noch stärker in den Fokus rücken!
Auch wenn das Mentoring viele Vorteile hat, rate ich vor einem hektischen Start zu einer Bestandsaufnahme. Analysieren Sie genau, welche Maßnahmen zur Zeit aktiv zur Bindung von Fachkräften im Einsatz sind. Gleichzeitig gilt es die Erfahrungen und Wünsche der Zielgruppe einzufangen. Wie Sie diese Schritte relativ einfach umsetzen können, erfahren Sie hier in meinen nächsten Beiträgen.

Ich freue mich auf Ihre Fragen, Meinungen und Vorschläge.
Mit besten Grüßen, Ihr Henryk Lüderitz

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